Käfergefahr!

Der Käfer geht um!

Käfergefahr: Heuer besonders kritisch


Der Käfer geht um! Aber was meinen wir Forstleute, wenn wir vom „Käfer“ reden?
Es gibt in Deutschland zwei Arten von Borkenkäfern, die sich ganz auf Fichten spezialisiert haben. Das ist zum einen der Kupferstecher, der vor allem im oberen Kronenraum älterer Bäume und in Dickungen sein Unwesen treibt. Der andere heißt Buchdrucker (s. Bild), weil sein Fraßbild unter der Rinde wie ein aufgeschlagenes Buch aussieht. Er befällt vor allem dickere Stämme, und zwar von oben bis unten.
Der Befall des Kupferstechers ist nur schwer auszumachen. Man kann ihn am besten daran erkennen, dass Teile der Krone sich gelb oder rötlich verfärben. Einen Befall durch den Buchdrucker erkennt man zuverlässig an kleinen Bohrlöchern in der Rinde, einem vermehrten Harzfluss und an feinem, Schnupftabak ähnlichen braunem Bohrmehl, das sich in den Rindenschuppen und am Stammfuß absetzt.
Waldbesitzer sollten ab Anfang April mindestens vierzehntägig, aber besser noch jede Woche ihre Wälder auf frischen Befall hin kontrollieren!
Befallene Bäume müssen umgehend entnommen und mitsamt der Käferbrut aus dem Wald (min. 500 m) verbracht werden. Hierzu bietet die Forstverwaltung ein Förderprogramm an. Bei Fragen können sie sich gern kostenlos an den/die zuständige/n RevierleiterIn wenden. Borkenkäfer besitzen ein außerordentlich hohes Vermehrungspotential. Sie können pro Jahr bis zu drei Generationen ausbilden und so ganze Waldgebiete zum Absterben bringen. Nur ein frühzeitiges Entdecken und eine rasche Aufarbeitung können eine massenhafte Vermehrung des Käfers verhindern.Legen sie bitte besonderen Augenmerk auf die von Sturmwurf Sabine gefällten Fichten. Im Winter geworfene Fichten werden häufig vom Borkenkäfer zuerst besiedelt.
Waldbesitzer sind gesetzlich zur Käferbekämpfung verpflichtet. Wer sich das selbst nicht zutraut, kann zB die Waldbesitzervereinigung oder einen anderen Forstdienstleister damit beauftragen.


Für die Wiederaufforstung von Schadensflächen mit Mischwald und bereits naturverjüngte Waldflächen gibt es auch staatliche Unterstützung aus dem Waldförderprogramm.

 

Forstrevier Türkenfeld Kontaktadresse:

Michael Rampp, mobil:0173 8903233, email: michael.rampp@aelf-ff.bayern.de

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